TV-Tipp’s vom 11. bis 17. Januar 2010

9. Januar 2010 von Andreas Blum

Montag, 11. Januar

21:00, Einfestival
Alles Lüge – Auf der Suche nach Rio Reiser
Rio Reiser (Marek Harloff) und die Band Ton Steine Scherben gaben mit ihren Liedern der deutschen Protestbewegung der 70er-Jahre die Parolen, mit denen sich Widerstand gegen gesellschaftliche Unterdrückung und Sehnsucht nach dem befreiten Leben ausdrücken ließen. Der Film erinnert an den Sänger, aber auch an eine Phase der bundesdeutschen Geschichte, in der Hausbesetzungen, die Gründung von Kollektiven und die Überwindung verkrusteter Verhaltensweisen eine neue Lebensperspektive eröffnen sollten. Durch Konzertmitschnitte und zeitgeschichtliche Interviews werden gesellschaftliche und persönliche Konflikte in Spielszenen lebendig. Schauspieler und Musiker Nick (Marek Harloff) probt für die Rio-Reiser-Rolle in einem Theater. – Er war der “König von Deutschland”, skandierte “Macht kaputt, was euch kaputt macht” und rührte seine Fans mit lyrischen Songs wie “Übers Meer” oder “Junimond”: Rio Reiser. Der einstige Sänger der Rockband “Ton, Steine, Scherben” war schon zu seinen offen schwulen Lebzeiten eine Legende. 1996 starb er in seinem Haus im nordfriesischen Fleesenhagen. Dort drehte die ARD den Film über Rio Reiser und die wilden 70er.

SF 2, 21:30
Brothers & Sisters
36 Stunden
Justins Drogenmissbrauch fliegt auf. Die Folge ist eine heftige Konfrontation mit der Familie und ein abenteuerlicher innerfamiliären Entzugsversuch. Kitty ist nach ihrer Fehlgeburt tief verunsichert, doch Robert spielt in Sachen Kindern nicht mit offenen Karten. Derweil fragen sich Kevin und Tommy, ob sie für ein Leben in Treue geschaffen sind, während Saul endlich zu seiner Homosexualität steht.

ARTE, 22.35
Caravaggio – Magier des Lichtes
(Dokumentation, I/CH/F 2008)
Licht, Theatralik, Realismus – kein Maler seiner Zeit wirkt so aktuell wie Caravaggio (1610 – 1571), in der Freiheit seiner Ausdrucksmittel und der Dramatik seiner Darstellungen. Im Caravaggio-Jahr 2010 zeigt ARTE anlässlich des 400. Todestages einen Film über Leben, Werk und Erbe des italienischen Künstlers, der als Begründer der römischen Barockmalerei gilt und dessen Leben nicht weniger spektakulär war als sein Werk.

Dienstag, 12. Januar

Teleclub-Cinema, 13:15
Wiedersehen mit Brideshead
Literaturverfilmung, GB 2008
Der aus bescheidenen Verhältnissen stammende Charles Ryder macht während des Studiums in Oxford Bekanntschaft mit dem homosexuellen Freigeist und Adeligen Sebastian Flyte. Charles ist fasziniert von ihm, die beiden freunden sich an. Bald lernt Charles auf Brideshead, dem Schloss von Sebastians Familie, das Leben in Reichtum und Überfluss kennen und verliebt sich in die Schwester Sebastians. Hautnah nimmt er fortan Teil am fortschreitenden Niedergang der Adelsfamilie, die die Augen vor den Realitäten der Zeit verschliesst.

Kinowelt, 20:15
Young Soul Rebels
Melodram, GB 1991
London im Sommer 1977. Die Queen feiert gerade ihr Silberjubiläum und die beiden schwulen Soul-DJs Chris und Caz versorgen mit ihrem Piratensender die Stadt mit den neuesten Funk-Sounds. Dann wird TJ, ein Freund der beiden, ermordet aufgefunden. Chris kommt zufällig in den Besitz von TJs ramponiertem Ghettoblaster, in dem noch ein Tape steckt, auf dem der Mord aufgezeichnet ist. Dann gerät Chris selber ins Visier der Polizei. Bei einer großen Punk und Funk-Party im Park spielt er dann das Tape ab und entlarvt so den tatsächlichen Mörder. “Young Soul Rebels” ist ein filmischer und subkultureller Crossover-Mix, mal Krimi, mal Homo-Love-Story, mal Establishment-Verarsche. All das verpackt Julien in eine Milieustudie der Zeit der explodierenden Punkwelle und ihrer schwarzen P-Funk-Gegenbewegung. Dafür gab es 1991 den Kritikerpreis in Cannes.

Mittwoch, 13. Januar

3sat, 22.25
Je t’aime
(Spielfilm, F 1976) jetaimeZwei junge schwule Männer – der wortkarge Krassky und der naive Padovan – verbringen die Tage in ihrem Lastwagen, mit dem sie Müll transportieren. Eines Tages halten sie an einem Restaurant am Rand der Straße mitten im Nirgendwo. Dort arbeitet die burschikose Kellnerin Johnny, die sich in der Einöde langweilt und zudem von ihrem rüpelhaften Chef Boris genervt ist. Johnny verliebt sich in den gut gebauten Krassky, wohl wissend, dass dieser schwul ist. Durch ihr androgynes Äußeres fühlt sich Krassky zu der jungen Frau hingezogen, muss sich aber später im Bett eingestehen, dass er eine Frau nicht lieben kann.

ARTE, 22:50
5 x 2 – Fünf mal zwei

Spielfilm Frankreich 2004 (5 x 2 Cinq fois deux)
Marion und Gilles sitzen mit versteinerten Gesichtern vor dem Scheidungsrichter, der monoton die Trennungsmodalitäten bekannt gibt. Dann nehmen sie ein Hotelzimmer, um ein letztes Mal miteinander Sex zu haben.
Drehbuch: François Ozon, Emmanuèle Bernheim

SF 2, 00:40
Wer tötete Victor Fox?
Hausfrau aus den USA reist nach dem Tod ihres Lieblingssängers zu dessen Beerdigung nach England und wird in turbulente Ereignisse verwickelt. Schräge Komödie mit Kathy Bates und Rupert Everett.

Donnerstag, 14. Januar

Kinowelt, 13:50
Ralf Königs Lysistrata

Komödie, E 2002lysistrata411 vor Christus. Sparta und Athen bekriegen sich seit 30 Jahren. Um dem sinnlosen Kampf ein Ende zu setzen, besetzen die Athenerinnen unter Führung von Feministin Lysistrata die Akropolis. Sie verweigern sich ihren Männern sexuell, und zwar solange, bis endlich Frieden geschlossen wird. Hepatitos, Anführer der schwulen Gemeinschaft Athens, nutzt die Gunst der Stunde und überzeugt die Armee von der “Zwangshomosexualität”, um angestaute Hormone abzubauen und wieder kampffähig zu werden. Der spanische Regisseur Francesc Bellmunt verfilmte mit großem Aufwand und viel Humor Ralf Königs Comic “Lysistrata” , eine Neuinterpretation frei nach der Komödie von Aristophanes. Dabei sparte er nicht an historischen Schlachten und frivolen Szenen.

SF 1, 22:20
Aeschbacher – Nummer 1
Corine Mauch
ist eine First Lady der besonderen Art. Als Stadtpräsidentin von Zürich regiert sie die grösste Stadt der Schweiz. Privat ist sie seit 15 Jahren mit einer Frau liiert. Die gebürtige Aargauerin Corinne Mauch verbrachte ihre Jugend teils in den USA, teils in der Schweiz. An der ETH Zürich hat sie mit einem Diplom für Agrarökonomie abgeschlossen.

Freitag, 15. Januar

ZDFneo, 08:45
Mein Lieblingsplatz: der Strand in Tel Aviv
Dokumentation
Von Tel Aviv bis Jaffa zieht sich eine fünf Kilometer lange Promenade am Mittelmeer entlang. Selten hat man so unterschiedliche Welten auf einer so kurzen Strecke: Die Reise beginnt am Strand für orthodoxe Juden im Norden, an dem einzelne Wochentage für Männer oder Frauen reserviert sind. Gleich daneben ist “Muscle Beach”, Geheimtipp unter Homosexuellen. Am Strandabschnitt für Gleitjollen-Segler ist jeden Samstag Party. Ein Tanz-Club stellt die Musik, gibt den Rhythmus vor, jeder Passant ist eingeladen, mitzumachen. Dann führt der Weg an “Mike”s Place” vorbei, dort geschah ein schrecklicher Terroranschlag, als junge Leute abends ausgelassen feiern wollten. Es folgen die Kite-Surfer an den Felsen mit der Katzenkolonie, die ihre festen zweibeinigen Versorger hat, und die Trommler. Dann ändert sich die Kleidung der Promenaden-Gänger: weniger trägerlose Tops, mehr Kopftücher, lange Gewänder. Arabischer Kaffee wird angeboten, Bohnen auf die Hand: Jaffa. Am “Araber-Strand” gehen die Frauen nicht mehr im Bikini, sondern in voller Kleidung in die Wellen. Sie haben offenbar nicht weniger Spaß. Fünf Kilometer Nahost geben Einblick in eine faszinierende Welt.

Samstag, 16. Januar

TNT Serie, 20:15
Rescue Me
Beifahrer
Chief Reilly fällt es schwer zu akzeptieren, dass sein Sohn schwul ist. Zu allem Überfluss muss er erleben, wie dieser im Elternhaus Sex mit seinem Lebenspartner hat.

Sonntag, 17. Januar

BR, 09:45
Zukunft Jugend
In guten und in schlechten Zeiten? Beziehungsgeschichten
Der Film zeigt, wie Jugendliche auf verschiedene Weise lieben und Beziehungen eingehen. Der schwule Norman wechselt seine Partner häufig und meint, dass Liebe und Sex für ihn nicht zusammengehören.

SF 1 14:45
Horizonte

Die Drachentöter von Sizilien
Info / Dokumentation · 2007derdrachentotervonsizilienRosario Crocetta tut keinen Schritt ohne seine vier Leibwächer. Denn es vergeht kaum ein Tag, an dem der Bürgermeister der sizilianischen Kleinstadt Gela sich nicht mit der Mafia anlegt. Für seine mutige Unbestechlichkeit wurde der homosexuelle Kommunist von den stockkatholischen Einwohner unlängst wiedergewählt.

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