TV-Tipp’s vom 18. – 24. Januar 2010

17. Januar 2010 von Andreas Blum

Montag, 18. Januar

3sat 13:15
Eifersüchtig
Film
Eifersucht ist in Beziehungen keine Seltenheit. Doch der explosive Gefühlscocktail aus Angst und Wut bis hin zu Hass kann für manche Paare das Aus bedeuten. Die Ursache ist den Eifersüchtigen oft bekannt, starke Selbstzweifel und Minderwertigkeitsgefühle, die zu einem ständigen Zweifel an der Liebe des Partners führen. Obwohl sie die Gründe kennen, scheint es fast unmöglich zu sein, die negativen Gedanken und Bilder loszuwerden. Stefanie ist 28 Jahre alt und alleinerziehende Mutter von zwei Kindern. Ihr Freund Boris hat eine bewegte Vergangenheit, er hatte viele Affären. Trotz seiner Beziehung zu Stefanie ist er nicht bereit, den – wie er sagt – freundschaftlichen Kontakt zu seinen Exfreundinnen einzudämmen. Auch seine häufigen Aktivitäten im Internet und mit seinem Mobiltelefon bieten andauernd Stoff für heftige Diskussionen und großes Leid innerhalb der Beziehung. Trotz mehrerer Paartherapien konnten beide das Problem der Eifersucht bisher nicht lösen. Auch Pascal ist krankhaft eifersüchtig. Der 24-Jährige lebt seit einem Jahr in einer festen Beziehung mit dem zwei Jahre jüngeren Sandor. Das schwule Paar schmiedet bereits Hochzeitspläne. Alles könnte so harmonisch sein, wäre da nicht Pascals chronische Eifersucht, die Sandor kaum Luft zum Atmen lässt. Pascal kontrolliert ihn rund um die Uhr, um ihn nicht zu verlieren. Ute ist Mitte 30. Sie wurde als Kind von ihren Eltern zur Adoption freigegeben und wuchs bei Pflegeeltern auf. Ihre enorme Eifersucht lässt sie mitunter Gegenstände zerstören. Seitdem Ute weiß, dass ihr Freund Matthias in der Vergangenheit öfters zu Prostituierten ging, hat sich ihre Eifersucht noch verstärkt. Der Film begleitet drei Paare, in deren Beziehungen das Thema “Eifersucht” den Alltag bestimmt.

SF zwei, 17:00 
Familienstreit de luxe
Ich bin nicht schwul!
Um sich bei der Aufführung nicht vor den anderen Vätern wegen seines vermeintlich homosexuellen Sohnes zu blamieren, weigert sich Dave zunächst, die Aufführung zu besuchen. Nur die Drohungen seiner Frau Vicky bringen Dave dazu, sich das Bühnenstück anzusehen. Nach der Aufführung ist Dave von seinem Sohn restlos begeistert. Als einer von Larrys Mitschülern ihn allerdings mit Homo tituliert, rastet Dave aus und hält eine flammende Rede. Bonnie, das Mädchen, das von Dave irrtümlicherweise für einen Jungen gehalten wurde, hört dies und wendet sich mit Grausen ab. Nun glaubt sie, Larry sei wirklich schwul.

ZDFneo 21.00
Waking the Dead – Im Auftrag der Toten
Mordsache Katherine Reed
(Serie, GB 2000)Katherine Reed, die prominente Frauenrechtlerin und Beraterin im Britischen Innenministerium, wird erstickt in ihrem Bett aufgefunden. Die Umstände deuten auf einen gewaltsamen Tod hin. Katherines Ehemann ist ein möglicher Verdächtiger, als sich herausstellt, dass Katherine Lesbierin war und in Beziehung zu einer Assistentin ihres Ehemannes gestanden hatte.

MDR, 22:52
Fellinis Casanova

Drama von Federico Fellini.(I 1976)casanova Ausgelassenes Treiben herrscht beim Karneval in Venedig. Während vor der Rialto-Brücke ein riesiger Frauenkopf aus dem Wasser gezogen wird, erhält Giacomo Casanova (Donald Sutherland) die Botschaft einer Nonne, die ihn zu treffen wünscht. Sie vergnügen sich ausgiebig in einer Villa, durch das Auge des Fisches vom französischen Botschafter beobachtet. Doch ein Empfehlungsschreiben für Paris bekommt Casanova von ihm trotzdem nicht, stattdessen wird er bei seiner Rückkehr im Namen der Inquisition verhaftet und der Schwarzen Magie bezichtigt. Er wird in die berüchtigten Bleikammern gesperrt. Doch Casanova kann fliehen und geht nach Paris, wo er sich in Marcolina (Clara Algranti), die Geliebte seines Bruders, verliebt und Aufnahme bei Madame D’Urfe (Cicely Browne) findet. Zwei Jahre später lernt er in Forli die Liebe seines Lebens kennen – die Französin Henriette (Tina Aumont), die in Begleitung eines ungarischen Offiziers reist. Henriette ist eine außergewöhnliche Frau, doch ihr Glück währt nicht lange und Casanova ist todunglücklich. Jahre später in London trifft er auf Madame Charpillon (Carmen Scarpitta), deren Liebhaber er einst war, und ihre Tochter. Die beiden demütigen ihn so, dass er endgültig sterben will. In seinen besten Kleidern geht er ins Wasser, doch eine Erscheinung am Ufer weckt seine Lebensgeister. Auf einem Jahrmarkt in London stellt sich heraus, dass die “Erscheinung” Angelina war, eine Dame von zwei Metern Größe. Später flieht Casanova nach Rom. In der Residenz des englischen Botschafters Lord Talou wird er zum sexuellen Zweikampf mit dem Kutscher Righetto herausgefordert, Casanova gewinnt. In Bern trifft Casanova auf Isabella (Olimpia Carlisi), die Tochter des Insektenforschers Dr. Moebius (Mario Cencelli). Sie will mit ihm in Dresden ein neues Leben beginnen. Doch statt auf Isabella trifft er dort auf seine Mutter. Casanova wird immer mehr zum alternden, gebrochenen Mann. Nach Reisen durch Holland, Belgien und Spanien kommt er nach Württemberg. Hier bleibt ihm nur der Tanz und die Liebe mit Rosalba, einer mechanischen Puppe, einer starren, aber perfekten Partnerin. In Böhmen schließlich, im Schloss des Grafen von Waldstein in Dux, fristet er ein kümmerliches Leben als Bibliothekar.

Dienstag, 19. Januar

SWR, 23:00
Geliebte Lüge
(Reportage)
Ein Ehemann findet zu seiner Homosexualität
Es war eine Hochzeit wie im Bilderbuch. Kein Wölkchen trübte an jenem Tag den Himmel, als Horst und Elly in einer romantischen Kirche mitten in den Weinbergen heirateten. Fast das ganze Dorf feierte mit. Niemand schöpfte Verdacht, dass an dieser Ehe etwas nicht stimmen könnte. Einzig den Bräutigam plagten “böse Gedanken” und das nicht erst seit diesem Tag. Doch mit niemandem konnte Horst darüber reden. Nur Gott sagt es keinem weiter, darum betete Horst fast jeden Tag am Grabe seines Vaters: “Lieber Gott, lass mich nicht schwul sein”! Seit Horst 14 war, kamen sie immer wieder hoch: die Gedanken an Jungs und der Wunsch, mit ihnen Sex zu haben. Sein erstes “Ausprobieren” redete er sich als “Jugendsünde” schön. Schließlich konnte nicht sein, was nach seiner katholischen Erziehung nicht sein durfte – schon gar nicht in einem kleinen Dorf, wo sich so schnell alles rumspricht. Horst verdrängte seine Homosexualität über Jahre, Jahrzehnte erfolgreich – seine Mutter tut es bis heute. Und schließlich: Horst liebte ja seine Elly, seine ihm angetraute Ehefrau. Zusammen brachten sie vier Kinder zur Welt. Es war eine harmonische Ehe – nach innen und nach außen. Bis eines Tages wieder diese Gedanken kamen, vor denen ihn seine Mutter immer gewarnt hatte. Horst beginnt sich zurückzuziehen, fängt an zu trinken, weiß keinen Ausweg mehr, wie es weiter gehen soll. Eines Tages gesteht er seiner Ehefrau Elly: “Ich bin schwul!”. Für Elly bricht eine Welt zusammen, für die Kinder ist es zunächst ein Schock. Sie alle wissen nicht, mit wem sie darüber sprechen können. Was mit dem Versprechen der ewigen Liebe begann, ist dahin! Die Kinder sind hilflos, Ehefrau Elly fühlt sich gedemütigt – und das Schlimmste: Da ist keine Frau weit und breit, auf die sie eifersüchtig sein könnte. So zieht Elly einen Schlussstrich, packt die Koffer und zieht mit den Kindern aus. Im Dorf kennt niemand bis heute die wahre Geschichte

Mittwoch, 20. Januar

Kabel 1, 14:15
Rules of Engagement
Mein schwuler Freund
Jeff lernt im Fitnessstudio Brad kennen, mit dem er sich auf Anhieb gut versteht. Audrey merkt sofort, dass Brad homosexuell ist, was Jeff allerdings nicht wahrhaben will. Bald stellt er fest, dass er von Brad so einiges lernen kann … Russell lernt Amanda kennen, mit deren Mutter er vor vielen Jahren eine Affäre hatte. Amanda ist heiß auf Russell, doch der hat die Befürchtung, sie könnte seine Tochter sein …

ARTE, 22:35
Tracks
(Magazin, D 2010)
U.a. mit dem Beitrag: Transgender in Istanbul
Frau? Mann? Transsexuell. Während in New York oder Berlin die wildesten Partyvögel fast schon zum Establishment gehören, leben die türkischen Transsexuellen ständig in Angst. Schließlich ist ihr bloßes Dasein eine Provokation für die strenggläubigen Muslime. Deswegen haben sie sich im Untergrund von Beyoglu ein verbotenes Paradies geschaffen. “Tracks” hat sich in die Istanbuler Parallelwelt gewagt.

ARD, 00:35
Fellinis Stadt der Frauen
Spielfilme-Drama
Reihe: Federico Fellini – 90. Geburtstag (20.1.) (I,F 1980)
Wieder einmal steigt der alternde Don Juan Snàporaz einer schönen Frau nach, doch verirrt er sich diesmal in ein abgelegenes Hotel, in dem ein feministischer Kongress tagt. Unerwartet gerät der notorische Schürzenjäger hier in die Rolle des Objekts, er wird gejagt, bedroht und versteht die Welt nicht mehr. Auf der Suche nach der idealen Frau verirrt der Träumer Snàporaz sich immer mehr in einem Labyrinth aus Wünschen und erotischen Fantasien, bis er, aus unruhigem Schlaf erwacht, wieder im Zugabteil seiner eigenen Ehefrau gegenübersitzt. Fellinis surrealer Bilderbogen ist ein Abgesang auf den Mann, der die Frauen liebt und der auf seiner Suche nach dem idealen Geschöpf nur seiner eigenen Lächerlichkeit begegnet. Mit Marcello Mastroianni in einer Paraderolle. Das Erste zeigt den Film zu Federico Fellinis 90. Geburtstag. * Lüstern mustert der alternde Schürzenjäger Snàporaz (Marcello Mastroianni) während einer Bahnreise die ihm gegenübersitzende, attraktive Frau (Bernice Stegers) und kennt, nach einer Fahrt durch den Tunnel, nur noch einen Gedanken. Wie hypnotisiert folgt er ihr, als der Zug unvermittelt auf offener Strecke hält und die Dame aussteigt. Die unbekannte Schöne führt ihn in ein abgelegenes Hotel, wo ein Kongress radikaler Feministinnen tagt. Konfrontiert mit Theateraufführungen, Vorträgen, Gruppenmeditationen und Dia-Shows – alle zum Thema Unterdrückung der Frau – fühlt Snàporaz sich wie ein Beobachter von einem anderen Stern. Was ist nur plötzlich mit den Frauen geschehen? Als die rätselhafte Dame aus dem Zug ihn unversehens als typisches Beispiel der verhassten Gattung Mann herausdeutet, kann Snàporaz nur mit knapper Not entkommen. Aus dem Hexenkessel voller närrischer Weiber flüchtet er in die phallokratische Trutzburg seines alten Schulfreundes Sante Katzone (Ettore Manni). Von militanten Feministinnen umzingelt, feiert der skurrile Sexprotz gerade seine 10.000 Geliebte. Katzone hat sich eine erotischen Fotogalerie eingerichtet, in der die Lustschreie all seiner Verflossenen per Knopfdruck abrufbar sind.

Donnerstag, 21. Januar

TNT Film, 18:55
Cry Baby
Rock’n'Roll Romanze 1990
Kultregisseur John Waters (“Haispray”) inszenierte die ironische Hommage an die Jugendrebellion der 50er Jahre mit einem eindrucksvollen Aufgebot an Stars wie Johnny Depp, Iggy Pop und Patty Hearst. Die unvermeidliche Rivalität zwischen zwei Straßenbanden fehlt hier genauso wenig wie die plötzlich aufflammende Liebe zwischen der Freundin des Anführers und einem Mitglied der gegnerischen Gang.

ARTE, 21:45
Jean Paul Gaultier… Vor der Show
(Doku, F 2009)Der zweite Teil der Reihe porträtiert Jean-Paul Gaultier, den großen Modeschöpfer der Haute Couture und seine Kreationen.
Anprobe, Hektik, Tränen – was passiert in den letzten 48 Stunden vor einer Modenschau? ARTE begleitet Designer aus vier renommierten Modehäusern von den letzten Entwürfen, Änderungen und Ideen bis zum großen Auftritt der Models auf dem Laufsteg. Internationale Marken wie Fendi, deren Kollektionen von Karl Lagerfeld entworfen werden, Designergrößen wie Jean-Paul Gaultier und Sonia Rykiel, aber auch junge Senkrechtstarter wie Proenza & Schouler gewähren einen exklusiven Einblick in ihr Schaffen

jeanpaulgaultier

Freitag, 22. Januar

Comedy Central, 00:20
Little Britain USA
(British Comedy)
Episode 1
Vicky Pollard im Boot-Camp in Utah, Daffyd Thomas am College in Pennsylvania, Sebastian Love in Washington D.C.: Für HBO zogen viele der eigentümlichen ‘Little BRITAIN’ Charaktere in die Vereinigten Staaten von Amerika. Neben den altbekannten Figuren lernen die Zuschauer aber auch eine Fülle an neuen US-Charakteren kennen, z.B. Phyllis aus einer ganz gewöhnlichen amerikanischen Kleinstadt, die den manipulativen Ratschlägen ihres King Charles Spaniels Mr. Doggy vollkommen ausgeliefert ist. Mark und Tom sind die besten Gym-Buddies und die zwei Bodybuilder schrecken nicht davor zurück, sprichwörtlich “Alles” füreinander zu tun. Und dann gibt es auch noch Bing Gordyn, er war der “achte Mann auf dem Mond”. Im Laufe der Zeit hat der Mann aus Idaho durch den Mangel an Anerkennung gegenüber seiner Zeit im Weltraum allerdings so einige Neurosen entwickelt?

Samstag, 23. Januar

SF 1, 10:50
Horizonte
Die Drachentöter von Sizilien
Info / Dokumentation · 2007 Rosario Crocetta tut keinen Schritt ohne seine vier Leibwächer. Denn es vergeht kaum ein Tag, an dem der Bürgermeister der sizilianischen Kleinstadt Gela sich nicht mit der Mafia anlegt. Für seine mutige Unbestechlichkeit wurde der homosexuelle Kommunist von den stockkatholischen Einwohner unlängst wiedergewählt.

ARTE, 21.35 
Mika in Concert 2009
(Musik, D 2009) Noch bevor Superstar Mika im Frühjahr 2010 auf Tour geht, feierte er in Baden-Baden im November 2009 eine Pop-Party mit neuen Songs – und ARTE war mit dabei! Sein zweites Album „The Boy Who Knew Too Much“ kam sofort an Spitze der deutschen Albumcharts. Moderatorin Stephanie Tücking verriet Mika vieles darüber, wie die Produktion seines neuen Albums abgelaufen ist, und ließ sie auch während des Konzerts einen exklusiven Blick hinter die Kulissen werfen.

Sonntag, 24. Januar

ARTE, 21.50
Marilyns letzte Sitzung
(Dokumentation, F 2009) Die Dokumentation Patrick Jeudy, die sich an der gleichnamigen Buchvorlage von Michel Schneider orientiert, bietet Einblicke in das Leben der Schauspielerin, das über weite Strecken von Drogen, Selbstzweifeln und emotionalen Verstrickungen geprägt war. Im Fokus steht vor allem ihre Beziehung zum Psychoanalytiker Ralph Greenson, der sie in den letzten Monaten vor ihrem Tod begleitete.

ARD,  23.35
Mein bester Freund
(Spielfilm, F 2006) Der Antiquitätenhändler François scheint keine Gefühle zu kennen. Gegen den Willen seiner lesbischen Geschäftspartnerin Catherine ersteigert er jedoch eines Tages eine kostbare griechische Vase. Der Legende nach füllte der antike Held Achilles das Gefäß randvoll mit Tränen, die er um seinen toten Freund Patroklus vergoss. Catherine glaubt nicht, dass irgendjemand François eine Träne nachweinen würde, und so gehen die beiden eine Wette ein: Binnen einer Woche will François ihr seinen „besten Freund” vorstellen. Siegessicher begibt er sich auf die Suche und muss bald bemerken, wie einsam er ist.

ARTE 23.50 
Clara B.
(Dokumentation, D 2006) Clara B. steht exemplarisch für ein politisches Frauenleben zu Beginn des sich konstituierenden Europas. Das Leben der 1901 in Straßburg geborenen Fotografin wird von einem jungen Mann namens Jonas erzählt, der bei der Recherche zu einer Ausstellung auf Fotos einer Fotografin stößt und versucht, es zu rekonstruieren. Clara B. ist eine der Frauen, die zu Beginn des 20. Jahrhunderts ihr Leben selbst bestimmen wollten und die die Idee eines gemeinsamen Europas als Chance begriffen. Als Fotografin ist sie eine für ihre Zeit beruflich ungewöhnlich selbstständige Frau. Privat führt sie eine lesbische Beziehung – auch das ein Tabu. Elisa, ihre Freundin, lebt in Berlin. Eine bewegte französisch-deutsche Freundschaft. Insbesondere als Elisa heiratet, fühlt sich Clara verraten.

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